Beratung zu geschlechtlicher Identität

Mit dem gemeinsam im Netzwerk entwickelten Projekt „Etablierung landesweiter Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen" werden landesweit Angebote für LSBTTIQ aufgebaut und das Angebot für fachlich fundierte Beratung zu geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung in der Fläche verbessert. Flyer Beratungsstelle TTI


Beratungsstelle für transsexuelle, transgender und intersexuelle Menschen

Die Etablierung einer "Beratungsstelle für transsexuelle, transgender und intersexuelle Menschen" ist ein Teilprojekt im Rahmen eines Gesamtkonzepts, das vom Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg zur Beratung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen durchgeführt wird. Ziel des gesamten Projektes ist es, die Beratungssituation für LSBTTIQ Menschen nachhaltig, landesweit und qualitativ hochwertig zu verbessern.

Eine spezialisierte Beratungsstelle ermöglicht es, professionelle Beratung von transsexuellen, transgender und/oder intersexuellen Berater_innen sichtbar für transsexuelle, transgender und/oder intersexuelle Menschen anzubieten sowie die Beratung bei Fragen zur geschlechtlichen Identität zu professionalisieren.

Um eine fachlich qualifizierte Beratung für transsexuelle, transgender und/oder intersexuelle Menschen und deren Angehörigen zu leisten, muss psychologische Beratung einen Entfaltungsraum zur Verfügung stellen, in dem die eigene Körperlichkeit und Geschlechtlichkeit nicht immer wieder neu hinterfragt oder abgewertet werden.

 

So können Sie uns erreichen:

Beratungsstelle TTI - Beratung zu Transsexualität, Transgender und Intersexualität


Adresse: Furttenbachstraße 14 ; 89077 Ulm
Telefon: Mobil: 0152 - 55 992 731, Festnetz: 0731 – 37 880 406
Email:     Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Offene Sprechstunde: jeden Freitag von 16:00 bis 18:00 Uhr
Beratungstermine
nach Vereinbarung per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch jeden Mittwoch von 9:00 und 11:00 Uhr


 

Für wen sind wir genau da?

Unser Angebot richtet sich in erster Linie an

  • transsexuelle, transgender und intersexuelle Menschen mit einem Beratungswunsch sowie 
  • deren Angehörige, Partner_innen und Eltern mit einem Beratungswunsch

Aber auch an alle Menschen,

  • die im medizinischen, psychologischen oder sozialen Bereich mit transsexuellen, transgender und intersexuellen Menschen zu tun haben,
  • die gezielt Unterstützung suchen und/oder
  • die sich weiterbilden wollen.

Unser Angebot ist offen für alle Menschen, die Fragen rund um geschlechtliche Identität und Intersexualität haben.

Je nach Bedarf oder Wunsch können die Angebote als persönliche Einzelgespräche (bzw. als Einzelfallberatung), oder als Gruppenberatungen nach einem integrativen (Betroffenengruppen oder Angehörigengruppen) oder systemischen Ansatz (Paar- oder Familienberatung) erfolgen. Wichtig ist, dass jede Beratung individuell auf die bestehenden Ansprüche und Anforderungen abgestimmt ist. Jeder Mensch muss genau die Beratung oder Begleitung erhalten, die von ihm gewünscht und benötigt wird.

 

Warum eine eigene Beratungsstelle?

Transsexuelle, transgender und/oder intersexuelle Menschen haben mit einer mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz zu kämpfen. Gerade diese ist häufig ausschlaggebend für viele Probleme und Schwierigkeiten im beruflichen, familiären und privaten Bereich. Dabei besteht gesellschaftlich oftmals eine unangemessene Gleichsetzung von körperlichem Geschlecht mit sozialem Geschlecht, Verhalten und Identifikation. Die geschlechtliche Selbstbestimmung sollte bei der Einordnung von Geschlecht ein wichtiger Bezugspunkt sein. Aus diesen Gründen fällt es vielen Betroffenen leichter, sich selbst-betroffenen Therapeut_innen anzuvertrauen, die vergleichbare Erfahrungen gemacht haben.

Kinder können schon sehr früh das ihnen zugewiesene Geschlecht als unzutreffend empfinden oder die Einteilung in zwei Geschlechter als unpassend erleben. Einige Kinder behalten diese Empfindungen für sich. Manche Kinder vertrauen sich aber auch früh ihren Eltern an, die dann mit vielen Fragen konfrontiert sind und Antworten suchen. Dadurch entsteht häufig eine Ratlosigkeit bei den Eltern, da die Komplexität einiger Fragen und Entscheidungen oft nicht voll erfasst werden kann und es bislang an unabhängigen Einrichtungen und Beratungsstellen für Hilfe und Unterstützung fehlte.

Um eine fachlich qualifizierte Beratung für transsexuelle, transgender und/oder intersexuelle Menschen und deren Angehörigen zu leisten, muss psychologische Beratung einen Entfaltungsraum zur Verfügung stellen, in dem die eigene Körperlichkeit und Geschlechtlichkeit nicht immer wieder neu hinterfragt oder abgewertet werden.

Darüber hinaus ist die Vernetzung mit den vielfältigen Selbsthilfegruppen wie auch den anderen Organisationen transsexueller, transgender, intersexueller Menschen Grundlage für die Sichtbarkeit der Beratungsstelle wichtig und auch zentral für eine Stärkung der Ratsuchenden. Denn Selbstorganisationen können ein wesentlicher Rückhalt sein, um im Alltag zu bestehen und den besonderen Anforderungen an die eigene Lebensgestaltung gerecht zu werden.

Zudem ist es wichtig, immer wieder auch die Herausforderungen und Einschränkungen zu benennen, denen transsexuelle, transgender und intersexuelle Menschen ausgesetzt sind. Aufklärung und Sensibilisierung sind daher ein selbstverständlicher Teil der Aufgaben der Beratungsstelle. Wichtige Unterstützung für Ratsuchende wird erreicht, wenn sie in einer aufgeklärten, respektvollen Gesellschaft leben können, die Raum lässt für selbstbestimmtes Leben und Gemeinschaft ohne Verleugnung oder Abwertung.