Transgender Day of Remembrance 2018

Der Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit (Transgender Day of Remembrance, TDoR) ist dem Gedenken an diejenigen gewidmet, die aufgrund von Hass oder Vorurteilen gegenüber transsexuellen und transgender Menschen ermordet wurden. Der Transgender Day of Remembrance ist einer der drei gemeinsamen Aktionstage im Netzwerk neben dem Frauentag und dem IDAHO. Der Aktionstag zum TDoR gibt die Möglichkeit, den Fokus explizit auf Anliegen transsexueller und transgender Menschen zu richten. Der TDoR gibt zudem allen Verbündeten die Gelegenheit, gemeinsam mit uns voranzuschreiten und derer zu gedenken, die Opfer transphober Hassverbrechen wurden.

 

Aktionen und Sichtbarkeit!

Auch in diesen Jahr finden wieder in ganz Baden-Württemberg rund um den TDoR unterschiedlichste Aktionen gegen Transfeindlichkeit und für mehr Akzeptanz von Transgeschlechtlichkeit und der Vielfalt von Geschlecht statt. Mehrere Mitgliedsorganisationen des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg stellen rund um den 20.11. verschiedene Aktionen auf die Beine und bieten so Raum für Austausch und Sichtbarkeit.

Aktionen zum TDoR 2018 in Baden-Württemberg im Überblick - die Liste wird laufend aktualisiert:

 

Karlsruhe: Film "GENDERBENDE" beim PRIDE PICTURES 25. Queer Film Festival Karlsruhe

GENDERBENDE ist eine einfühlsame Dokumentation über sieben queere Persönlichkeiten, die sich niemals männlich oder weiblich gefühlt haben, sondern immer irgendwo dazwischen. Sie nehmen uns mit auf eine Reise in ihre Welten, fernab von binären Denkweisen. Regisseurin Sophie Dros spielt bewusst mit den auf- kommenden Kuriositäten, die etwa entstehen durch Interesse oder Unverständnis für alles außerhalb der Gendernorm. Und so drängt sich die Frage auf, ob nicht jede*r irgendwie genderfluid ist, der*die nicht in die eingebrannte binären Genderstrukturen passt. Auf der anderen Seite verbinden viele Menschen mit „gender- fluid“ ein ständiges hin und her, des „mal männlich-, mal weiblich-Fühlens“.

Aber was, wenn ich mich doch einfach immer gleich und vor allem richtig fühle in meinem Körper? Und lediglich die Wahrnehmung für Außenstehende meist nicht der meinigen entspricht? Es sind die Schranken in den Köpfen, die bisweilen Hindernisse darstellen. Als genderqueerer Mensch geht es nicht darum sich einzuordnen, schon gar nicht in Schubladen. So führt der Versuch im Film, die Pro- tagonist*innen zu einer binären Aussage über sich zu bringen, bestenfalls zum Schmunzeln und lässt sie auf dem Weg zu einer Antwort mächtig kreativ werden. Der Film verdeutlicht eindringlich, dass zum Bestehen in einer überwiegend binär geprägten Welt vor allem eines gehört: Eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. So lässt sich der Film auch als Appell verstehen, die bi- nären Denkstrukturen aufzubrechen – wenigstens zu überdenken – und stattdessen den individuellen Charakter eines Menschen genauer zu betrachten: Wenn jede*r einfach so sein darf, wie es sich für ihn*sie rich- tig anfühlt, braucht es keine Schubladen, sondern nur ein gutes Gespür für sich selbst.

 

Konstanz: Vortrag von Christin Löhner und Werke der Trans*Künstlerin Elena Ehret

Unter der Überschrift "Konstanz stellt sich Queer* für Vielfalt und gegen Transphobie und Homophobie" hält Christin Löhner im Rahmen des Internationalen Transgender Day Of Remembrance (#TDoR) einen Vortrag. Am 20. November 2018 ist der Internationale Transgender Gedenktag für die Opfer der Transphobie. Weltweit werden Transgender-Personen gedemüdigt, gemobbt, misshandelt und vergewaltigt – jährlich verlieren dabei rund 350 von ihnen ihr Leben. Aus diesem Anlass laden wir Sie herzlich zum Vortrag von Christin Löhner ein, der durch die Werke der Trans*Künstlerin Elena Ehret gerahmt wird (Universität Konstanz, Raum Y310). Die Referentin ist selbst eine transsexuelle Frau und wird uns über die Toleranz und Intoleranz gegenüber transgeschlechtlichen Personen sowie aus eigener Erfahrung ihrer Transidentität erzählen.

Zur Referentin: Christin Löhner kämpft seit Jahren gegen Transphobie und für die Anerkennung des Rechts auf Selbstbestimmung des individuell empfundenen Geschlechts. Sie engagiert sich politisch, indem sie Vorträge an Schulen und Universitäten hält, und hat eine Selbsthilfeinitiative für transgeschlechtliche Menschen im Hegau und Bodenseekreis gegründet. Die Vortragende ist offizielle Beraterin bei der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. und erste Vorstandsvorsitzende des Christopher Street Day in Konstanz/Kreuzlingen e.V. Darüber hinaus vertritt sie das Thema Transgeschlechtlichkeit äußerst aktiv im Rahmen der Antidiskriminierungsarbeit immer wieder in Zeitungen, im Radio, im Fernsehen, in den sozialen Medien und im eigenen Blog, um für mehr Rechte und Toleranz für Transgender-Personen einzustehen.

  • Termin: 20.11., 17:00 – 18:30 Uhr
  • Ort: Universität Konstanz, Raum Y310, Universitätsstr. 10 · 78464 Konstanz
  • Veranstalter_in: Universität Konstanz, Trans* SHG Hegau und Deutschen Gesellschaft für Transindentität und Intersexualität e. V. (dgti)
  • Eintritt: frei
  • Weiterführende Informationen: Facebook, hier oder per Email nachfragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Mannheim: Erzählcafé „Trans* sein – ich werden“

Im Rahmen des TDoR lädt die Gruppe sT*ernchen zum Erzählcafé unter dem Motto: „Trans* sein - ich werden“ ein. Eingeladen ist dazu eine Transfrau, die von ihren Erfahrungen des Coming-Outs und der Transition in den 80er Jahren erzählen wird, einer Zeit, in der das Transsexuellen-Gesetz beschlossen wurde und damit in Deutschland erstmals ein rechtlicher Rahmen entstand, der ermöglichte legal im eigenen Geschlecht zu leben.

Alle Menschen sind herzlich eingeladen den Erzählungen zu lauschen und ihre eigenen Erlebnisse zum Thema einzubringen und sich auszutauschen, wie es früher war und wie sich die Situation dazu heute im Vergleich darstellt. Moderation: Jana Höflmayr

  • Termin: 22.11.2018, Beginn 19:00 Uhr
  • Ort: Räume des PLUS e.V., Max-Joseph-Str.1, 68167 Mannheim (4. Stock mit Fahrstuhl)
  • Veranstalter_in: PLUS. Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V. in Kooperation mit dem LSBTI-Beauftragten der Stadt Mannheim 
  • Eintritt: frei, Spende möglich.
  • Weiterführende Informationen: hier oder per Email nachfragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Stuttgart: Kundgebung zum TDoR 2018 "Gemeinsam gegen Diskriminierung"

Auch dieses Jahr findet in Stuttgart wieder eine Kundgebung zum TDoR statt. Wir gedenken der Ermordeten trans* Menschen in der ganzen Welt.


 

Wofür steht TDoR?

TDoR steht für den englischen Bezeichnung Transgender Day of Remembrance, auf Deutsch Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit. Der TDoR ist weltweit den Menschen gewidmet, die aufgrund von Hass und Ablehnung gegenüber transsexuellen und transgender Menschen ermordet wurden. Obgleich sich nicht jede Person, der während des Transgender Day of Remembrance gedacht wird, selbst als Transgender verstanden hat – also Transsexuelle, Drags, Transidente, Cross-Dresser und viele mehr –, wurden sie alle ein Opfer der Gewalt, die auf Voreingenommenheit und Transfeindlichkeit beruht.

Der TDoR findet jedes Jahr am 20. November statt. Dieses Datum wurde gewählt, um Rita Hester zu ehren, deren Ermordung am 28. November 1998 der Anstoß war für das Web Projekt "Remembering Our Dead" (an unsere Toten erinnernd) sowie für eine Kerzenlicht-Nachtwache, die zum ersten Mal 1999 in San Francisco stattfand. Die Ermordung Rita Hesters ist – wie die meisten Anti-Transgender-Mordfälle – bis heute noch nicht aufgeklärt.

Der TDoR ist gleichzeitig der Abschluss der Transgender Awareness Week, welche in diesem Jahr vom 14. bis 20. November 2017 stattfindet. Diese Aktionswoche vor dem TDoR bietet den Rahmen, gezielt Sichtbarkeit für transsexuellen, transgender und gender-nonkonformen Menschen zu schaffen und aufzuklären über die Vielfalt von Geschlecht. Sie zielt auf Sichtbarkeit, Aufklärung und Empowerment.

 

TDoR, Internationale Frauentag und IDAHO - Gedenk- und Feiertage des Netzwerks

Der Transgender Day of Remembrance ist neben Internationalem Frauentag (8.3.) und Internationalem Tag gegen Homophobie (17.5.) einer der drei Gerdenk- und Feiertage, um die sich jährlich öffentlichen Aktionen des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg gruppieren. Diese drei Gedenktage stellen jeweils ein wichtiges Anliegen des Netzwerks in den Mittelpunkt, welche immer auch die ganze Community betreffen.

 

Archiv

Wir machen Geschichte!

Zum TDoR 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 fanden rund um den 20.11. in verschiedenen Städten zahlreiche Aktionen statt. Eine Übersicht der damaligen Termine halten wir als Retrospektive bereit: